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Vielleicht

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Vielleicht.

„Vielleicht“; dachte er sich als er das attraktive, junge Mädchen sah, „Vielleicht wird sie mich nicht abweisen“ Doch er traute sich
nicht, sie anzusprechen. Er hatte zu grosse Angst davor abgewiesen zu werden; er hätte es nicht verkraftet von jemandem abgelehnt zu werden; in seiner Kindheit wurde er immer von seiner Familie abgelehnt. Abgelehnt in seinem ganzen Wesen und Selbst. Immer und überall. Er durfte im Grunde nichts für sich entscheiden. Alles wurde von seiner Familie entschieden. Ausnahmlos alles. Die Farbe seiner Unterhosen, seine Oberschule und auch seine zukünftige Ehefrau. Achso dachte er sich. Ich bin ja schon verlobt. Ich hätte sie ja auch nicht ansprechen können, wenn ich den Mut zau hätte. Nun, das stand er nun. Und er wusste nicht wohin. Auch nicht, ob er wohin sollte. Und wenn er wohin sollte, wann,wie und wo? Er war ratlos, er kannte diese Art von Freiheit einfach nicht. Es machte ihm eine Heidenangst, die sich in Panikattacken steigerte. Er schwitzte und spürte förmlich die Schweissperlen seine Stirn überqueren, um dann in einem grandiosen Finale auf den Boden zu fallen. Er bemerkte die Blicke der Menschen. Wie sie ihn anguckten und über ihn lachten. Über seine AHnungslosigkeit und Nichtstun. „Ha,haa“ „HA;HAAHAHHA“ Es dröhnte förmlich in seinem Ohr; dieses eklige dreckige Lachen seiner Umwelt. Er war nurnoch mehr verunsichert. Er hatte auch vergessen, dass er da stand. Er wusste nur noch, dass die Menschen ihn beobachteten; zumindest glaubte er dies. Ob dies stimmte oder nicht? Diese Frage konnte er sich garnicht stellen; er war paralysiert von den vermeintlichen Blicken der Menschen, die ihn auslachten oder nicht auslachten. Er war sich einfach vieler Sachen unsicher in seinem Leben. Er wusste nicht, wo er herkam und wo er hinging. Und nun wusste er auch nicht wo er war. Vor lauter Angst, nicht zu wissen, wusste er jetzt auch nicht mehr wo er war und wer er war. Er vergass vieles einfach. Oder besser gesagt: Die Angst liess ihn vergessen. Und so blieb ihm nur noch die Angst. Diese Angst. Diese halszuschnürende,bedrückende Angst. Wovor hatte er eigentlich Angst? Nun, dies hatte er auch vergessen. Ihm war nur noch die Angst geblieben. Aber die Angst war ihm ein sicheres Ufer geworden. So sicher wie seine ANgst war, so sicher war ihm auch die Flucht vor seiner grossen Frage des Wohin?

Wohin?

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memo

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