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Verirrung

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Ich sitze auf dem Balkon. Die Wolken ziehen schnell. Vielleicht wird es regnen. Ich bilde mir ein, eine Ahnung von dem Gesetz der Wandlung zu haben. Zwischen dem was mir lieb und heilig ist und mir wird Distanz enstehen. Sie bewegt sich, nicht ich. Es liegt in der Natur aller Dinge. Warum versuche ich zu stagnieren? Man kann nicht stagnieren. Wirkliche, echte Stagnation ist Illusion, nicht mehr. Ein Blick nach oben genügt um es zu wissen. KIEN . Das Schöpferische belehrt mich mit einem spöttischen Lächeln,
ohne Worte. Warum weigere ich mich, habe Angst vor dem transzendieren.
Was mir einst Mut spendete und heitere Gelassenheit offenbarte, droht mich nun zu erdrücken.
Aus den Boxen der Stereoanlage säuselt nun ein glattwirkendes „Everyday good“. Das momentan unbedeutend erscheinende Laster hat sich auf ironisch, beispielhafte Art in Rauch gewandelt und fließt davon. Der Rest des grünen Tees schmeckt tröstend, mit Süßstoff.

(Teil 1)

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Über den Autor

Tao_te_manni

Tao_te_manni

Ehemaliges hhesse.de Mitglied

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