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Ode an Bacchus

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O, süsser Wein, der mich trunken macht
Der in Schläuchen vom edlen Jüngling gebracht
Dessen Antlitz so edel, zart und fein
Ich wünscht‘, der wär‘ heut Nacht doch mein.

„Nüchtern“ – was ein gutes Wort!
Nur scheint‘ mir dessen Sinn so plötzlich fort,
Und der Augen Lider drücken schwer,
Ach, was soll’s – herbei, noch mehr!

O, welch‘ Genuss an diesem Tisch!
Tomaten, Reis und Rebhuhn frisch!
Was gelüstet nicht der wilden Rund‘?
Ich fress‘ mir noch das Ränzlein wund!

Prächtig bietet sich der Anblick dar!
Und der Wein, der fliesst so wunderbar!
Und beim Trinken erwächst mir, ach, der Mut,
O, was tut ein solch‘ Fest doch dem Leibe gut!

Das Knäblein dort in scheuer Anmut steht.
Ach, dass dieser Augenblick nie vergeht!
Süsses Knäblein mit Wangen rund,
Lockenkopf und rotem Mund,

Knäblein, setz‘ dich zu mir hin,
Dein zartes Haupt ist ganz in meinem Sinn.
Dies Spiel mit deiner Lockenpracht
Übt aus eine wahrlich selt’ne, süsse Macht!

O, setz‘ dich hin zum lust’gen Mahl und mir!
Uns’re Scherzerei gefällt gewiss auch dir.
Und, ach, küss mich auf die Wange mein
Und, ah, reich mir die Platte – die mit Schwein!

O, dies‘ Gelage könnte ewig geh’n!
Doch ich, ich kann, herrje! kaum noch steh’n!
So verabschied‘ ich mich vom ganzen Saale;
Wir sehen uns beim nächsten Mahle!

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SadEyesCrazy

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