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Josef, Josef das ist der Frühling!

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Er kam so leise, wie der Morgentau
über die Wiese in den Wald,
wie der Wind vom stillen See her
als leichte Priese dem Ufer entlang.
„Schau Maria ist Mutter geworden,
sie ist deine Liebe und dein Licht,
sie traegt ein neues Leben in sich.
– Habe Erbarmen, das ist dein Kind! -“
Die Ferne bezwingend dem Kometen entlang kam
es über die Sterne und drang durch die Zeit…
Die Erde bebte, froh empfing sie den Himmelgast:
Gottes schönster Traum befruchtete alles im Weib.
Das Herz pocht, durch Aeste zieht der Lebenssaft,
der Winter zieht seinen Hut vor dieser Urkraft,
nimmt seinen Mantel und zieht vorbei.
Die Sonne waermt, die Natur erwacht,
das Kind im Bauch nimmt Züge an,
die Mutter ernaehrt es mit Liebe, sanft,
es wird Hell, die Geburt ist da.
„Wir sind Könige ferner Laender Josef
und kamen zu euch um dir zu sagen
wen du hast. Beschuetze und erziehe es,
den Sohn der Menschlichkeit, als deines.“
„Ammanuel, Barrabas,
wer ist der Gesalbter Judeas?“
Herodes waelzt sich im Schlaf,
zittert vor Furcht und schreit:
„Nein, nein das kann nicht sein,
ich bin der König und mein ist das Reich,
niemand soll mir mein Erbe nehmen,
in jedem Neugeborenen ist mein Verdacht!
Wo ist das Kind? Sucht und findet,
sonnst war alles vergebens,
wir verlieren Habe und Macht,
tötet, tötet, lautet mein Befehl, sachte!“
Spaet ist die Stunde, die Nacht ist kalt,
Maria traegt in Leinen gewickelt das Kind am Leib,
Josef führt den Esel, – „Ob die Flucht gelang?“

Der Mond war zwar voll wie eine runde Hoffnung,
strahlte aber weise hinter Wolken nur auf ihren Weg hinab.

Über den Autor

Peter Simon

Peter Simon

Ehemaliges hhesse.de Mitglied

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