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**Hinrichtung**

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Er hatte das schon tausendmal mitgemacht, schon tausendmal hatte er die Spritze in den Arm des Opfers gepflanzt, schon tausendmal sah er die Leute vor seinen Augen sterben. Sie hatten es verdient, so war das Gesetz nun mal.

Und nun war wieder ein Verbrecher daran, sein verdientes Brot zu bekommen.

Sie schlossen die Zelle auf, reichten die Henkersmahlzeit, ließen das Objekt der Begierde noch etwas weinen, und nahmen schließlich das Opfer beim Arm.

Sie schleppten es den Gang entlang, der pfeilgerade gen Tod führte. Sie packten

die Kreatur auf den Sessel, banden sie fest und er durfte endlich seine Nadel in eine passende Vene stecken. Aus den Augen des Opfers rannen unaufhörlich Tränen, doch es half nichts, die Injektion startete. Erst das lähmende Gift,dann die Droge, dann das tödliche Gift. Die Augen der Frau schlugen zu und nie mehr auf.Da rann eine Träne seine Backen hinab und zerscholl am Boden. Denn eines war anders diesesmal.

Die Tote, die vor ihm lag, war niemand anderes als seine eigene Mutter.

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Über den Autor

monschdrum

monschdrum

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