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Weihnachten (Einer)

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EINER

Einer hängt überall am Kreuz,

Mal ist er aus Eisen, mal aus Holz.

Darauf was er tat ist er nicht stolz,

Viel mehr… es tut ihm leid und er bereut’s.

Er starb, dass wir nie mehr einsam sind,

Doch ich bin es, wir alle sind

Allein, einsam, blind und verlassen,

Er sieht uns an und kann’s nicht fassen.

Er war immer für das Leben,

Für die Liebe, für das Sein,

Für das Geben vor dem Nehmen,

Liebte Kinder, Frauen, Wein.

Einer hängt überall am Kreuz,

2000 Jahre hängt er da bereits,

Er, der gegen Habsucht war und Geiz,

Die Kirche freut’s.

So geben die Menschen lieber ihr Geld,

Das angeblich bestimmt ist für die 3. Welt,

Doch das Geld, das kriegt ein alter Mann,

Der furchtbar krank ist und kaum reden kann.

Steig vom Kreuz, alter Trottel du,

Wenn du für das Leben bist.

Sag doch auch mal was dazu

Guter Christ zu diesem Mist.

Einer hängt überall am Kreuz,

Es ist bequem dort und er hält’s

Ganz gut dort aus und ihm gefällt’s.

Das Runtersteigen, ja, er scheut’s.

Du, der du geliebt das Leben,

Lässt dich gern an Kreuze kleben.

Nicht mit den Pharisäern, nein, mit den Dieben,

Warst du, wie kannst du die Kirche lieben?

Das Kreuz ist das Symbol des Todes,

Kirche, bist du für den Tod?

Du bist der schwarze Engel Gottes,

Handelst gegen sein Gebot.

Einer hängt überall am Kreuz,

Jeder weiß es, doch keiner sieht’s.

Und auf einmal, da geschieht’s:

Er steigt runter, denn er bereut’s.

Weihnachten: Fest der Einkaufstaschen,

Langsam wirkst du sehr verwaschen.

Geld schenkt man nun statt der Liebe,

Und wenn nicht, dann gibt es Hiebe!

Doch auf einmal ist alles ganz anders,

Plötzlich zählt nicht nur das Geld.

Der, der suchte, der, der irrte, endlich fand er’s,

Nach 2000 Jahren kam er noch einmal zur Welt.

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Über den Autor

mondgewitter

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