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Hermann Hesse – Das Ei ohne Schale – Der Steppenwolf

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Wer keine feste Hülle hat, der wird wechseltierartig, promöbenhaft, seine Gestalt verändern.
Wie wird ein solcher Mensch je ein Kunstwerk schaffen können? Hierzu wäre die feste Umgrenzung einer äußeren Form ( und auch innen bis in die Tiefe »so und nicht anders«) zu bauen, in naturhafter Daseinskraft.
Der Chef der kleinen Nervenheilstadt war erstaunt über die Eigenart seines 16jährigen Patienten Hermann Hesse. Er nannte ihn ein Wesen ohne Hülle, ein Gefäß ohne Wandung. Er wählte dafür den Ausdruck „schal-loses Ei“.
Gut gewählt, – man sehe das Ei als kleines Universum, als Weltkugel des Seins.
Als nun dieser Hermann Hesse das Werk des Umbruchs, der Krise schrieb, das Werk des Risses im Menchen, nämlich den „Steppenwolf“, da war zunächst alles Material nur angehäuft. Die Skizzen und Entwürfe lose zusammengerafft in der Unordnung eines eilig hingeschüteten Scheiterhaufens.

Aber dann geschah etwas, das Materialien-Buch (S. Fischer-Verlag) zeigt es:
Im Ernst der Niederschrift setzte der Geburtsakt ein. Die prägenden Kräfte waren am Werk. Hermann Hesse leistete es, – der Steppenwolf gewann Gestalt. Jetzt war da durchaus „Schale“, auch nach innen.

Hier wirkt, was Tabucchi über den Rahmen gesagt hat. Ohne den Rahmen ist jedes es ein anderes.

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Über den Autor

Funkenflug

Funkenflug

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