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Der Augenblick der Liebe

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Wir haben uns in unseren Worten gesucht, und als wir uns in unseren Blicken fanden, waren alle Worte zu klein, das noch zu sagen. Nun gehst du so still neben mir. Nur das Laub raschelt von unseren Füßen. Es ist unser Abend, unser Weg durch den Wald, niemals werden wir ihn vergessen.
Wir fanden etwas heraus, das uns ganz ruhig werden ließ. War es ein Blick zuerst oder ein Wort? – Kühl wird der Wald wie in einer Kirche. Es riecht nach Harz, Feuchtigkeit sinkt auf bemooste Steine. Etwas ist um uns herum, es kann nicht sprechen: es ist im Wind, der durch die Bäume geht, im Licht, das auf den Felsen scheint, im Blick des Rehs, das seinen Kopf hebt und zu uns herüber schaut, als lauschte es unserer Stille. – Du spürst es auch, nicht wahr?
Unser Weg verliert sich im Dunkeln, aber wir sind bald zuhaus. Etwas hat in uns ein Licht angezündet, wir wissen nicht, wie uns geschah: zwei Flämmchen in der Dämmerung sind wir nun, nach deren Glück der ganze Wald sich umdreht.

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Waldläufer

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