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Warum der löwe auf dem sockel harrt, oder: Der Löwe und die Grille

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Auf einem grauen gemäuer
Aus kaltem gestein
Stand ein schrecklich ungeheuer
Einen riesigen löwen mit glänzenden augen
Funkelnd wie feuer stellte es dar
Vermochte alles in sich zu saugen
Seine gebärde gar wunderbar
Auch etwas starkes ging von ihm aus
Es ward die macht
Die tief in ihm lag
In seinem herzen war sie entfacht
Und sie brannte am tag
Wie in der nacht
Denn sie heißt liebe
Die größte gewalt

Hört ihr des monsters brüllen
Wie es von den bergen grollend wiederhallt
Es ruft seine geliebte
Ein geschöpf so tausendzart
Aus dem volke der grillen
Sie drang hinein in die seele der bestie
In sein herz so hart
Einst wollt er sie lieben
Und für immer besitzen
Stieg herab von seinem thron
Konnte nicht länger sitzen
Hätt’ er dies nicht getan er wär für immer geblieben
Ein kleiner schritt und er hatte schon
Die zierliche grillenfrau
Mit den pranken gepackt
Doch die kraft zu schlecht dosiert, der panzer knackt.

Wieder sitzt der arme auf seinem sockel
Jeden tag kräht wie ein gockel
Heulend und brüllend vor schmerz.
Auf dem schoss liegt seine tote grille
Unendlich will er hier harren
Dass befiehlt ihm sein wille
Er wird es wohl schaffen
Dass sagt ihm sein herz

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Über den Autor

Ein Erleuchteter

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