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Vom Tao der Fünf Elemente

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Entfacht ist rasch ein Feuer mit göttlich weisem Funken oder lautem Knallen aus des Raumes Stille. Stroh brennt schnell und voll Ungeduld frisst die Flamme jeden Ast und Windung jeder Zelle und verwandelt Moleküle reiner Luft in eine undurchdringlich dichte Wand aus schwarzem Rauch. Es ist nicht das Feuer das verschlingt, sondern die Ungeduld mit der es flammend brennt sowie seine Begierde und sein unstillbarer Appetit auf immer mehr. Und strahlend hell und mit gleißend einzigartiger bizarrer Pracht lodert es unaufhörlich, bis all die Nahrung schon verprasst und verschwenderisch mit seinem Licht und seiner Hitze niederfährt und zu einem kläglich armen Rest von Schwarzer Asch‘ und grauem Staub zusammenfällt.

Wie sanft und zart ist doch das Wasser, welches von purer Reinheit klar und doch in allen Farben spiegelnd schimmernd silbern golden leuchtet.Ist seine Berührung kühl, umspielt sie dennoch warm den Puls der Zeit und ergießt sich je und je einmal in Fülle und wieder dann in spärlich tröpfelnd armer Sparsamkeit zu Bächen, Flüssen und zu Meeren . Das Wasser ist des Feuers ärgster Feind, denn dessen Ungeduld weicht seiner still behutsam und stetig langsam wallender Genügsamkeit. Tückisch still sind seine Tiefen und endlos seine Fülle einladend und erfrischend reicher Pracht, mit der es, kaum merklich zu Gezeiten schwellend, dem Mond und den Gestirnen Stund um Stund sein‘ Kuss darreicht.

So fährt der Vetter Äther ständig schnaubend brausend alsbald auch flach und schlafend säuselnd und vermittelnd treu, jedoch auch unverlässlich seitenwechselnd, als starker Konsul durch den Zenith der Elemente . Er entfacht des Feuers heißeste Begierde und transportiert gleichzeitig des Wassers dampfend tropfend weises Urteil über heiße Asche und dem shivaitisch flach planiertem Garten Eden, der der Brise bereitwillig seine fruchtbar luftig leichten Samen mit dessen kühler Fracht vereint und zu neuem Leben kann erwecken. Des Äthers kraft ist schwer vorherzusehen und seine Richtung stets verschleiert. Er ist kühn und Wagemut säumt seine Wege, seine Bahnen und lässt zuweilen unschwer nur erahnen, wo und wann er es für nötig hält, dem Gleichgewicht Geläut zu blasen.

Die Wurzel tief verborgen still saugend und angereichert von dem Mineral der Urzeit , aus dem Salz der Würze und dem Stoff des Raums, der Zeit und all der reichlichen Geschmäcker einer schöpferischen Kraft, bindet sie unaufhörlich Glied an Glied, Zell’ um Zell’ , um sich alsbald sprießend ragend steil und hoffnungsvoll gen Himmel streckend, Jahr um Jahr mit Ring an Ring, ein blühend starker Stamm zu werden. Es nährt, beschützt und nützt dem angelegten Garten gleichsam stark und unterwandert feste Gründe und erinnert jede Seele fortwährend an die Symbiose von Erde, Holz und Rose. Sie ist des Tropfens Tau am kühlen Morgen Untergrund und des Feuers Brot zu später Abendstund‘ . Sie kann des Daches Träger sein sowie des Urzeitgeistes Unterschlupf in Wäldern, Borken und honigsüssen Waben.

Wie das zarte Fleisch der Muschel sich im sauren Saft des Lebens zitternd kräuselnd räkelt, so sammeln sich Metalle blechern biegsam mineralisch stofflich harten weichen festen und fließend reichen Elementen im Raum der Zeit, alsbald hier und da, ewig stille starre Zeugen, eben spiegelnd licht und fremd und immer leuchtend zeigen warnend ihre Pracht, tief verborgen d’runt‘ im Stein. Das Wasser offenbart vereinzelt ihr Geheimnis und das Feuer schmilzt sein‘ Kern um es fließend hin zu neuer Form zu zwingen. Es bringt spitz den Tod und tropft hervor das Blut aus seiner Wunde so spiegelt sich zu gleicher Stunde dennoch eine weit entfernte Welt von tausend Räumen.

Über den Autor

Kohelet

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