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Überlebender in den Ruinen des erlebten

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Wird es dir nicht wohlig warm, wenn Seelenflammen spielend züngeln? Fühlst du dich nicht geküsst, wenn Bitterkeit mit deinen Lippen spielt, und Worte formt die dein Ich nie auszusprechen wagte? Sitzt vor deinem Feuer und starrst in einen Rest glühender Kohle. Zu träge um es neu zu entfachen, damit du nicht frierst. Liegst ungeküsst da, und machst dir den Sternenhimmel eigen. Allein die Sterne sind zu weit entfernt, um dich zu entzünden. Das was dir so farbenfroh und lebendig erscheint ist genau betrachtet nur graue Asche. Du bist ein Überlebender in den Ruinen des erlebten. Wann hat dir ein Mädchen zum letzten Mal dein Herz, um das du so besorgt bist, gebrochen? Wann hat dir zuletzt Schönheit anstelle von Angst den Atem geraubt?
Spürst du den Druck unter deiner Schädeldecke? Es ist nichts ernstes – nur ein Traum der droht zu platzen. Und spürst du die Enge in deiner Brust? Du musst nicht fürchten daran zu sterben – es bedeutet nur, dass du ohnehin nicht lebst.

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Über den Autor

charade

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