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Traktat eines Steppenwolfs

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Wir, die Minderheit ohne Zukunft aber Ziel,

in der Seele immer Kind,

abverlangen dieser Welt stets einiges zu viel,

und doch nur das, was wir schon sind.

Unser Konflikt kann niemals ruhen,

da läuft sich’s schwer in falschen Schuhen.

Welch Reich der Mensch auch an sich reißt,

nie ist es unser, nie das des Geists!

Zu flach und hohl in seiner Dimension,

schwer fällt oft das Atmen, merkst du es schon?

Zu finden glauben wir das Echte,

als wenn uns das hier weiterbrächte,

in einer Welt voll Ideal und Rechte,

werd‘ ich so leer, trotz mancher Kräfte.

Ein Erlösen des Leids heißt das Ende der Lügen;

kann nur mehr der Tod die streitenden "Ichs" zusammenführen?

Wenn ja, zumindest dies mit Gefühl und Begehren!

Wenn nicht, muss endlich ich verstummen und in mich kehren.

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Über den Autor

ulisses

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