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Spiegel

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Also, ich weiss nicht, ob das als Gedicht zu werten ist,..ist wohl eher ein Samelsurium von verschiedenen Perspektiven..egal ­čÖé

SPIEGEL

– Hi! – Hi! Na? Wie isses? – Und du warst gestern mal wieder nich da..- Jaaa, war so früh..- IS auch früh! Sie hat schon nach dir gefragt.. – Und? – Aber ich hab gesagt, wüsst ich nich. – Höhö. wie weit seit ihr´n gekommen? – Oooch, wir ham die ganze Zeit nur die Übungen gemacht, zwischenein hat sie erzählt.. – Ach so..naja. – War´n bisschen zäh. – Hab ich ja nix verpasst..- Neeeee…gehste jetzt rechts? – Nö,will noch inne Cafete. Kommste mit? – Also eigendlich muss ich noch was nachsehn für Bio.- Na los, auf n Kaffee.. – Also gut, ..aber DU bist schuld wenn ich mich festquatsche! – Ich bin IMMER schuld..leihste mir ne Mark? – DIR doch nicht..hehe.. na gut..da haste! –

alles fällt
schemen schatten
vereisen verwesen
nur mauer ist dauer .. ist dauer ist dauer ist dauer

Und wieder ein Spiegel. Ihre Formen an meiner Brust.
An mir kommt keiner unbehelligt vorbei; allen raube ich den Atem, das Blut, nähre mich von ihrem Leben.
Meine Gestalt: wandelbar, unkenntlich für jeden, der mich eben noch sah,
ein neues Versteck, eine neue Höhle für meine Iris,
ein billiger Plastikbecher und noch einer und noch einer…
eine obdachlose Seele… auch ein Spiel:
ich kann alles, was ich je wollte… nur dem Wollen entkomme ich nicht.
In meinem Sein mit meinen Gefühlen und doch steinhart.
Die dünne Luft schadet mir, aber ohne sie kann ich nicht leben:
Berufskrankheit.

– Find ich echt geil, daß die hier jetzt auch Waffeln machen. – Ja, ich wusst das erst nich. Hat mir Cecilie irgendwann ma erzählt…sachmal, meinst du, das wir noch ne Klausur schreiben in.. HE! Lass meine Waffel in Ruh! – Ne Klausur? Ich hoffe ja nicht, also bestimmt nicht diese´Woche. – Ja. hoff ich auch..-

fliegen in alten sicheren seins, egal wohin es dich weht
nur du nur du nur du
lass dich nicht fallen..tut zu weh
verlier dich nicht, kind
nur so kannst du leben
in geheimem raume am baume
ohne ermessen
besessen neues vergessen
trinken..winken… sinken

– Hi! – Hi! Na? Wie isses? – Gehste jetzt rechts? –

Ihre Welt ist eine andere Sprache. Ich bin da, doch nicht wirklich.
Alle gehen einfach herum und können die Regeln
ohne sie je gelernt zu haben.
Sie leben und überleben es.

– Find ich echt geil, dass die hier jetzt auch Waffeln machen.
– Und du warst gestern mal wieder nich da… –

fliegen in alten sicheren seins, egal wohin es dich weht

Ich verstehe sie nicht. Ich beneide sie manchmal.
Ich trinke sie und werde doch nicht verwandelt,
ich gehe herum, lächle ihr Lächeln, sage ihre Worte,
atme ihre Luft..
ich bleibe inkognito
eine Fee unter Menschen
ein Erfolg nach dem anderen
aber die Fremdheit umgibt mich – oder sie –
eine Mauer aus Sauerstoff und Kohlendioxyd.

– Schade, dass Garreth wieder nach England gegangen ist. – Naja, SO toll fand ich ihn denn auch nicht.. – Also ich fand ihn ganz nett. Hi!- Hi! Na? Wie isses? – Meinst du, dass wir noch ne Klausur schreiben? – Aber DU bist schuld, wenn ich mich festquatsche! – Ich bin IMMER schuld..-

ich bin immer..
das hier ist schwer, doch ich bin schwerer
immer schwerer
mal sehen, wer gewinnt: das leben oder ich?
unerreichbare welten, wenn man nicht in ihnen steckt
zermürbend, wenn man zu lange in ihnen steckt
was soll man tun
wenn man es hört, gleicht es einem film
in den man hinein will, aber nicht kann
schemen schatten
von innen gelesen
nur mauer ist dauer ist dauer

– Und du warst gestern mal wieder nicht da. – Jaaa.. war so früh. IST auch früh! Leihste mir ne Mark? –

lass dich nicht fallen..tut zu weh
verlier dich nicht
..aber
alles fällt doch
früher oder später fällt alles
und fällt und fällt und fällt

– Und? – Aber ich hab gesagt, wüsst ich nich. – Höhoö..wie weit seid ihr´n gekommen? – Ach so..naja..hab ich ja nix verpasst.. – Ist Garreth nich wieder in England? – Ja, hat mir Cecilie irgendwann ma erzählt.. –

Balanceakt:
Nur Unwissenheit macht schwindelfrei
Zerbricht der Spiegel, dann sterbe ich und alles beginnt von vorn.
Es ist eine Sache der Gewöhnung.
Wer zuviel gesehen hat, weiss um den Kreis
und Kreis und Kreis und Hamsterrrrad…

– Hi! – Hi! Na? Wie isses? –

Ein Tod mehr, was ist das schon?
Routine wie alles.
wieder in schemen
wieder in schatten:
von innen verwesen
und mauer ist dauer.. ist dauer ist dauer ist dauer

├ťber den Autor

Karita

Karita

Ehemaliges hhesse.de Mitglied

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