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Mord an der Kindheit / Denkt, was ihr wollt

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Mord an der Kindheit / Denkt, was ihr wollt

Meine Plüschtiere, Freunde der Kindheit,
mit schwarzen Knopfaugen starrt ihr mich an,
am überlegen bin ich, euch zu verschenken,
die Jugend in mir ist Schuld daran !

Und wenn ich euch dann wirklich vergebe,
an jene, die noch am Anfang stehn,
dann weiß ich genau, es wird mich schmerzen,
erwachsen bin ich ! Die Kindheit muss gehen !

In dem weichen Plüsch mit Kinderkleidung
singt ganz plötzlich kein Leben mehr,
an schlimme Dinge mich zu gewöhnen,
fällt mir wahrlich etwas schwer.

An bösen Spott will ich mich nicht gewöhnen,
und alles, was er so mit sich zieht,
Zynismus überlass ich lieber den andren,
ich bin so kräftig, dass er flieht !

Und jetzt bau ich mir aus Holz und Pappe
ein kleines, aber besonderes Kreuz,
darauf steht etwas ganz feierlich,
schwarz und mit dem Datum von heut:

Kindheit, meine größte Liebe,
du bist von uns gegangen, ohne ein Wort !
Ein verwirrtes Mädchen hat dich getötet
und nun bist du für immer fort !

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Über den Autor

Julia

Julia

Ehemaliges hhesse.de Mitglied

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