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Einsam

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Er war ein Außenseiter. Jetzt saß sie an seiner Seite. Der Dunst stieg als grüne Wolke aus Gras auf. Ihm wurde so warm. Er hatte getrunken. Was seine Eltern dazu sagen würden, er war nicht imstande es zu denken. Er spürte ihre langen Fingernägel an seiner Hose. Was er sich immer vorgestellt hatte….wenn er half. Was passierte jetzt? War er am Ziel? Wo lag es noch einmal? Er konnte sich nicht mehr erinnern, jetzt wo er sich überwunden hatte, wo er alle Scham, alle Angst hinter sich gelassen, da fiel es ihm nicht mehr ein. Er saß am Boden. Jetzt eine blaue Wolke aus Alkohol. Er roch nichts mehr. Sein Körper war so schwer, er konnte sich nicht mehr bewegen. Er wusste nicht, wie es weiterging. Er wäre am Ende doch gescheitert, dachte er. Dann packte sie ihn bei der Hand und zog ihn nach draußen. So ging es also weiter. „Filmriß behoben“, dachte er. Dann beugte sie sich über das Geländer und begann zu kotzen. Er wollte kotzen und sich neben sie stehlen. Er würgte und schlug gegen das kalte Stahl. Nichts kam. Er würgte weiter, bis sein Speichel bitter schmeckte. Ihre langen Haare hingen hinunter in die Nacht. „Wie Lianen im Urwald“, dachte er. Dann schrie sie und er zog weiter und fester. Dunkle Gestalten kamen angerannt. Ein Tritt. Er lag am Boden und hielt sich den Unterleib. „Siehst aus wie ein kleines Kind“, kam es durch die Nacht. Dann war er alleine. Als der Schmerz nachließ, stand er auf und rannte in den Wald. Er zog sich die Kleider vom Leib. Der Wind fing die Baumwipfel in seinem gnadenlosen Spiel. Sie beugten sich widerstandslos. Er peitschte sie. Wieder und wieder. Keine Peitsche. Kein Ekel. Keine Tränen. Keine Scham. Keine Angst. Er spürte nichts mehr. Er sank zu Boden, er zitterte – ihm war kalt.

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Über den Autor

Chrisw

Chrisw

Ehemaliges hhesse.de Mitglied

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