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Die Beschwörung des ausgelaugten K.

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Spürst Du ihn nicht, den stärker werdenden Druck
Im Innern, hinter der Stirn, den dumpfen Schmerz?
Bei jedem Mucks, bei jedem Zucken, jedem Ruck
Wie Dich die Müdigkeit ein Häppchen mehr verschluckt
In Deiner Brust, das Schwermetall in deinem Herz,
Wo nichts mehr brennt, wo nichts mehr blutet, nur noch Blei
Fühlst du nicht, Mensch, – bald bist du tot.

Die Taubheit schlich sich ein und Du warst blind,
Liessest Dich täuschen von der Sinnenschmeichelei
Griffst gierig zu, bei allem Dreck, den sie Dir bot
Wolltest nicht sehen wie Dein Lebenssaft verrinnt.

Ein einzig mal, verdammt!, nun reiss die Lider hoch!
Fasse den Augenblick und schmecke dieses Leid
Dein letztes Röcheln, Mensch, geniess mit Freude noch
im Feuer, das dich lebensfroh befreit.

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