← Zurück zur Übersicht

Deus et machina

Share

An einem Sommer-Donnerstag,
Erscholl fast wie ein Donnerschlag –
Der Himmel hing voll Geigen –
Aus ihrem Reigen: Schweigen.

Aus einer Glorie geboren,
Doch wenig geistesgegenwärtig,
Mit Plastikstöpseln in den Ohren,
Erschien ein alter Jüngling, bärtig:

„Auf meiner Wolke thron’ ich,
Den, der mir folgt, belohn’ ich
Mit meinem goldnen Honig,
Die andern sowieso nich!“

Musik lief elektronisch
Durch diesen hehren Sänger,
Doch krächzte eher komisch,
Wie früher Volksempfänger.

Dies wussten wahrlich wenige:
Der vierte der drei Könige –
In dunkler Nacht, bei Gott! –
Verschenkte den i-Pod.

16. April 2008

Über den Autor

Anne Mohne

Anne Mohne

Ehemaliges hhesse.de Mitglied

Du schreibst selbst Gedichte?
Veröffentliche dein Gedicht im Autorentreff von hhesse.de.
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
0 Comments
Inline Feedbacks
View all comments