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Das Labyrinth

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Des Nachts
meine Gedanken trugen Schmerz
so bitter
die Straße fernab
die Dunkelheit
meiner Seele
ein Gitter.
Des Waldes süßer Duft
getragen im weichem Mantel der Natur
mein Gang gesteuert vom Drang des Fliehens
Angst so pur.
So sah ich dann
auf der Suche meiner Selbst
im Hain das Labyrinth.
Und es lenkte
wusste nicht der Qualen meines Seins
meine Beine
so geschwind
zu einem weinenden Kind.

Der stählerne Strahl des Mondes berührte sanft sein Gesicht
die Tränen darauf spiegelten die Trauer
den Schmerz im Gericht seines Selbst
den eigenen Kummer vergessend
der Kraft im Geiste vermessend
winkte meine Hand
so sanft das Salz des Schmerzes zur Seite
vergessend
als es so flehend sprach
mein Herz im Klang der Töne brach
die Anmut der Melodie meine Sinne bestach.

„Und bist du gekommen, mir das Schicksal zu zeigen, welch so böser Zauber dem Leben ureigen, nahm doch mir die feigen / Illusionen des Traumes, hier geschlossen des dunklen Raumes, mich für immer verbergend…“

Und so ich sprach:

„Wie kann ich, vollkommen Geschöpf, dich lehren, was mich im Leben, für oft verwehrend, das Begehren im Allwissend dieser Nacht zum göttlichen Zeugen macht; wie kann ich, Trauer und Kummer tragend, dein Schicksal dir sagen?“

Und beide die Sehnsucht des Mondes erblickend
am Nebel der Stille erquickend
labend am stummen Erkennen
dieser Worte
den Ursprung benennend.
Der Zeit vergehend Gefühle
sich erbauend
und der Liebe das Reelle ergrauend
ließen abermals die Worte des Jungen genießen:

„Mit leuchtend Auge dich da kommen sah, nicht wissend um die Aura der Zukunft dich somit versah; erkennend jetzt den Manne meiner Selbst…“

Und wieder erblickend so wunderschön seine Augen die meinen
prüfend des Wirkens seiner Worte…

Drum sann der Worte Taten
Freund
im Sog der Gefühle watend.

Erkenntnis haltend der Hemmnis
des Jungen Vermächtnis so klar erkennend
verschwommen der Bilder
brennend
rannte ich so schnell des Windes Sphäre
den Schritt nicht spürend
den Atem zum Feuer schürend.
Doch stumm stattdessen sank ich danieder
und hörte wieder die Farbe der Lieder
spiegelnd des Jungen Worte
verriegelnd
im Geiste meiner Selbst.

So erwachend der Sonne Strahlen
des Windes Rauschen
die Nacht dem Tage tauschend
dem Labyrinth
meiner Seele Dichtung allein
der Nacht so rein.

Erinnernd und Erkennend der Jugend
der versäumten Versprechen
aller Ideale damals brechend
der Junge, der da war
und diese Fehler sah
so unerbittlich schön und rein…

„Ja, mein so junges, schönes Ich, kennend wohl der Worte Sinn, weiß ich doch um den Gewinn, den du gegeben, dem Streben der Nacht dir nutzend, dem Alten nun trutzend; so werde ich nun dem alten Tun die Würde verleihen, um mir dann zu verzeihen, der Taten ich tat, und wäre dein Rat nicht schnell doch gekommen, so wäre ich versonnen dem Wege gefolgt, welch Dogma von außen mir gedrängt, das dem Geiste so bitter verfängt, und hätte danieder so sterbend gefleht; doch nun meinen Weg gegangen im Trost niemals erbost der Worte im Guten, das Treffen vergessend nicht der Minuten uns blieben…“

Kann jetzt sagen
ich werde dich immer lieben…

Über den Autor

kae

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