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Alte Liebe

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Welche Wonne, welche Qual,
heiß geliebt und dann gestoßen
von der Klippe, rein ins Meer
des Verleugnens nicht Vergessens.

Doch nicht ich stieß sie, oh nein,
es war der Wind,
dieser unstetig Gesell‘.
Und wie Winde mal so sind,
kaum war sie gestürzt
war er an andrer Stell’.

Und zur Schuldvernahme blieb
nur der eigne schwache Hauch,
der zur Last gelegte Schande
als die seine gleich erkannte
und sich lange Jahre quälte,
und der Wind blies andre fort.

Doch mir blieb der Blick verstellt.

Wenn ich heut‘ an jener Klippe
stehe, weht ein andrer Wind und flüstert
mir von einer lieben Frau,

die vom Felsen sich gestürzt sah
und im Fallen schrie: „Ach, Liebster,
willst du mich im Herz behalten!“.

Oh wie konnte bloß erkalten,
was uns einst so brennend band.

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Über den Autor

Lokondo

Lokondo

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