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Sternen-Elegie

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Ich möchte flieh ’n:
über die Wolken hin
bis in den unschätzbaren Raum,
der seine Tiefe nie verrät.
Und zu einem fernen Sinn
soll was ich bin – und denke
mich dann zieh ’n:
– so dass ich nicht mehr sterben kann.

Wann fängt die Ewigkeit wohl an?
Ist all die Zeit, die jeder will und keiner braucht,
nicht viel zu leicht und schön gedacht?
Und viel zu schnell die wahre Zeit
in eisige Vergangenheit getaucht?

Traurig bin ich, staunend schau ich – in die Nacht:
Durch die Wolken scheint ein zeitlos dunkelblauer Traum.
Wie hilflos blickt so wenig Lebenssinn auf Erden
in diesen großen Weltenraum:
unendliche Vergangenheit – und doch muss er noch ewig werden.
Wer kennt des Weltenraumes Zeit?
Untrennbar mit der Ewigkeit im Bunde
bleibt ihm kein Sieg und Fall der längsten Völker je verborgen.
Doch göttlich ist ihm die Sekunde,
in der die Gegenwart sich raubt
das Gestern und das Morgen.

Ach, wenn Sterne weinen könnten,
wollt‘ ich auf ihren Tränen reiten
und in der göttlichen Sekunde
durch alle Kinderträume gleiten…
Wie groß und schön die Zeit doch ist,
die jedem Sternenkind verrinnt.
Was mehr erwarten wir vom Leben,
wenn wir erst erwachsen sind?
Was sind wir schon: nur Sternenstaub
und richten uns ‚re Zeit zugrunde.
Für alles Schöne, Große sind wir blind und taub.
Und der Planet, auf dem wir wohnen
– nur eine alte Sternenwunde.

Über den Autor

Waldläufer

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