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bLueThenstaub oder der Einsame

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Ein Junge sitzt in seinem Zimmer. Er stellt sich keine Fragen,
blickt aus dem Fenster. Sie kommen von ganz allein. Er schreibt
sie auf ein Blatt Papier, jede Einzelne, in grossen Buchstaben.
Der Mond schimmert von draussen herein. Das Papier zündet er
an, betrachtet in Ruhe die Flammen. Er lächelt. Mit seiner Finger-
spitze tupft er sich die Asche auf seine Stirn. Er spricht:

Leise rieselt der Staub
Von Zeiten allen Seins dieser Welt,
Leise legt er sich nieder,
Die rauschende Stille, Geheimnis der Lieder,
das(s) alles muss sterben, das(s) andere leben
Und wieder und wiederkehrt äscherner Regen,
Kehrt Wind alte Sinne hinfort, wird zerrieben
Zu Staub, der das Drama gebahr –

Im Wandern der Dünen lebt all unser Lieben
Und Sterben und all das, was war, und noch kommt
Und sein muss und sein wird, all der silbrige Glanz
Im Mondlicht – Blüthenstaub.

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