Astern

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Astern – schwälende Tage,
alte Beschwörung, Bann,
die Götter halten die Waage
eine zögernde Stunde an.

Noch einmal die goldenen Herden,
der Himmel, das Licht, der Flor,
was brütet das alte Werden
unter den sterbenden Flügeln vor?

Noch einmal das Ersehnte,
den Rausch, der Rosen Du –
der Sommer stand und lehnte
und sah den Schwalben zu,

Noch einmal ein Vermuten,
wo längst Gewissheit wacht:
Die Schwalben streifen die Fluten
und trinken Fahrt und Nacht.


Wann schrieb Gottfried Benn "Astern"?

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Gottfried Benn liest sein 1936 veröffentlichtes Gedicht 'Astern'. Aufnahme von 1948.


Quelle: Gottfried Benn, Sämtliche Gedichte*
Klett-Cotta, 1998